Page 4 - Kiebitzmarkt Bergen - Journal Spring 2026
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ZIERGARTEN
                         Der Garten


                  als Rückzugsort:




             Wie Grün unsere Psyche stärkt



               Wenn der Alltag laut wird, Termine sich stapeln und der Kopf einfach
               nicht  zur  Ruhe  kommt,  wächst  bei  vielen  Menschen  die  Sehnsucht
               nach einem Ort der Entschleunigung. Ein Ort, an dem man durchatmen
               kann. Für immer mehr Menschen liegt dieser Ort direkt vor der eige-
               nen Haustür: im Garten.

               Was früher oft vor allem als Nutzfläche oder dekorativer Außenbereich
               gedacht war, wird heute neu entdeckt, als persönlicher Rückzugsraum,
               als Kraftquelle und als Ort für mentale Gesundheit. Der Garten wird
               zum Gegenpol einer zunehmend digitalen und hektischen Welt.




           Natur als Therapie – warum Grün uns guttut             Der Garten als persönlicher Wohlfühlort

           Dass Pflanzen und Natur einen positiven Einfluss auf unser Wohlbe-  Ein  Rückzugsort  muss  nicht  groß  sein.  Auch  kleine  Gärten,
           finden haben, ist längst kein Geheimnis mehr und mittlerweile auch   Balkone  oder  Terrassen  können  zu  echten  Erholungsoasen
           wissenschaftlich belegt. Schon der Anblick von Grün kann Stress re-  werden. Entscheidend ist nicht die Fläche, sondern die Atmo-
           duzieren, den Blutdruck senken und die Konzentration verbessern.  sphäre.

           Im Garten erleben wir etwas, das im Alltag oft verloren geht: Lang-  Gemütliche Sitzplätze, natürliche Materialien, weiche Textilien
           samkeit. Pflanzen wachsen nicht auf Knopfdruck. Sie folgen ihrem   und eine durchdachte Bepflanzung schaffen Räume, in denen
           eigenen Rhythmus und genau das wirkt entschleunigend auf uns   man gerne verweilt. Besonders beliebt sind Bereiche, die ge-
           Menschen.                                              zielt zur Entspannung einladen, etwa eine kleine Leseecke, ein
           Das Arbeiten mit Erde, das Pflanzen, Gießen und Ernten spricht alle   schattiger Platz unter einem Baum oder eine sonnige Terrasse
           Sinne an. Wir spüren die Erde in den Händen, riechen Kräuter, hören   für den Morgenkaffee. Auch Pflanzen spielen dabei eine wich-
           das Summen von Insekten. Diese sinnlichen Erfahrungen holen uns   tige Rolle:
           ins Hier und Jetzt, ein Effekt, der in der Psychologie als „Achtsam-
           keit“ beschrieben wird.                                • Duftende Kräuter wie Lavendel oder Rosmarin wirken beruhigend
                                                                  • Gräser und Stauden bringen Bewegung und Leichtigkeit
                                                                  • Blühpflanzen sorgen für Farbe und positive Stimmung

                                                                  So entsteht ein Garten, der nicht nur schön aussieht, sondern
                                                                  sich auch gut anfühlt.




            Gärtnern als Ausgleich für Körper und Geist

           Gartenarbeit ist mehr als nur Bewegung an der frischen Luft. Sie ver-
           bindet  körperliche  Aktivität  mit  mentaler  Entspannung. Während   Weniger Perfektion, mehr Natürlichkeit
           wir jäten, pflanzen oder ernten, schaltet der Kopf oft ganz automa-
           tisch einen Gang runter.                              Ein wichtiger Trend der letzten Jahre: weg vom perfekt gepfleg-
                                                                 ten Garten, hin zu mehr Natürlichkeit. Wilde Ecken, blühende
           Viele berichten, dass sie beim Gärtnern „abschalten“ können, Pro-  Wiesen und naturnahe Pflanzungen liegen im Trend und das
           bleme treten in den Hintergrund, Gedanken ordnen sich neu. Dieser   aus gutem Grund.
           Effekt ähnelt meditativen Zuständen und hilft dabei, Stress abzu-
           bauen.                                                Ein natürlicher Garten wirkt lebendig und entspannt. Er bietet
                                                                 Raum für Insekten, Vögel und andere Tiere und gleichzeitig für
           Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: das Gefühl von Selbst-  uns selbst. Statt ständigem Perfektionsdruck steht das Erleben
           wirksamkeit. Wer sieht, wie aus einem kleinen Samen eine Pflanze   im Vordergrund.
           wächst, erlebt unmittelbar die Wirkung des eigenen Handelns. Das
           stärkt das Selbstvertrauen und sorgt für Zufriedenheit.  Diese neue Haltung entlastet auch mental: Der Garten muss
                                                                 nicht „perfekt“  sein.  Er  darf  sich  entwickeln,  verändern  und
      4                                                          wachsen, genau wie wir.
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