Page 15 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 168 April-Mai 2026
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        Bodenbelag  eine  Schicht  aus  Rindenmulch,  groben
        Hobelspänen oder Hackschnitzeln liegen.

        GEEIGNETE ORTE FÜR NISTHILFEN
        Die Nisthöhlen für Steinkäuze sollten sich in struk-
        turreichen  Gebieten  befinden,  am  besten  2,5  bis
        fünf Meter hoch in Bäumen. Sollten Naturhöhlen im
        Revier  fehlen,  empfiehlt  sich,  mindestens  zwei  bis
        drei  Nisthilfen auszubringen. Sie werden mit Draht
        oder Metallband waagerecht im Geäst fixiert, sodass
        die Vögel sie gut anfliegen können. Am besten zeigt
        der Eingang zum Stamm. Dann können die Jungtiere
        sicherer im Astwerk klettern, ohne allzu leicht herunter-
        zufallen.
        Kirschbäume sind ungeeignet, da die Kirschernte genau in
        die Zeit fällt, in der die Jungtiere ausfliegen. Zudem braucht es
        genug Abstand zu Wäldern, Hecken oder Straßen, damit die
        Eulen nicht durch andere Beutegreifer oder den Verkehr ge-
        fährdet werden.


        DIE SCHLEIEREULE – DANK „GESICHTSSCHLEIER“
        UNVERWECHSELBAR
        Gegenüber dem Steinkauz wird die Schleiereule deutlich größer.   BRUTKÄSTEN FÜR SCHLEIEREULEN – INNEN ODER
        Namensgebend ist der markante Gesichtsschleier aus dichten   AUSSEN ANBRINGEN?
        Federn. Er funktioniert wie eine Satellitenschüssel und hilft bei   Am häufigsten werden Brutkästen für Schleiereulen im Inneren
        der Schalllokalisation von Beutetieren wie Wühl- und Spitz-  von Gebäuden angebracht. Für den Zugang zum Gebäude
        mäusen. Derart ausgestattet können Schleiereulen gut in der   reicht es, ein kleines Stück Mauerwerk oder Holzverkleidung zu
        Dämmerung, aber auch in absoluter Dunkelheit jagen. Tags-  entfernen. So können die Vögel frei nach Wahl einfliegen. Sollen
        über verstecken sie sich gerne in dunklen und verlassenen   sie nur in den Kasten, aber nicht ins Gebäude gelangen, den
        Ecken von Scheunen und Ställen, Kirchtürmen oder in dichten   Nistkasten am besten direkt hinter das Einflugloch ins Gebäude
        Laubbäumen. Solche Wohn- und Brutplätze sind jedoch immer   montieren.
        schwerer zu finden, da viele Einflugöffnungen in alte Scheunen   Der Kasten sollte mindestens 100 Zentimeter lang, 60 Zenti-
        und Kirchtürme aus Angst vor Tauben, Dohlen und anderen   meter breit und 50 Zentimeter hoch sein. Das Innere ist mit einer
        Vögeln verschlossen werden.                    ungefähr fünf Zentimeter hohen Schicht aus Rindenmulch zu
                                                       befüllen. Die Größe des Einfluglochs beträgt ca. 15 mal 15 Zenti-
                                                       meter und befindet sich auf einer Längsseite. Da es Schleier-
                                                       eulen gerne dunkel lieben, wird im rechten Winkel zum Einflug-
                                                       loch ein Trennbrett mit einem schmalen Zugang angebracht,
                                                       das die eigentliche Nistkammer vom Zugangsbereich abgrenzt.
                                                       Wird der Kasten im Gebäude angebracht, braucht es keinen
                                                       Schutzanstrich. Soll der Kasten jedoch außen am Gebäude hängen,
                                                       empfiehlt sich ein Anstrich mit ungiftiger Farbe, um der Ver-
                                                       witterung Einhalt zu gebieten. Ratsam ist das Aufhängen des
                                                       Kastens in drei bis vier Metern Höhe. Um mardersicher zu sein,
                                                       braucht es zudem einen Mindestabstand von 80 Zentimetern
                                                       zwischen  Einflugloch  und  Balken,  Giebel  oder  dergleichen.
                                                       Außerdem ist auf Anflugbretter oder ­stangen zu verzichten.

                                                       NISTHILFEN AUFSTELLEN – NUR EIN ERSTER SCHRITT
                                                       Die Nisthilfen allein reichen allerdings nicht aus. Zudem gilt es,
                                                       den Lebensraum der Tiere zu erhalten – die abwechslungsrei-
                                                       chen Kultur- und Agrarlandschaften, in denen sie Nahrung su-
                                                       chen. Oft bieten lokale Naturschutzvereine von NABU und
                                                       BUND hilfreiche Informationen zum Vorkommen von Eulen in
                                                       einer bestimmten Region sowie eine fachgerechte Beratung
                                                       zum sicheren Anbringen von Nistkästen.
                                                                                            BNA/IVH
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