Page 52 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 169 Juni-Juli 2026
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FARBENFROHE EINZELGÄNGER
Kampffische
Der Siamesische Kampffisch (Betta splendens),
umgangssprachlich häufig als Kampffisch be-
zeichnet, ist im Vergleich zu manch anderen Arten
recht einfach zu halten und besticht durch seine
großartigen Farben. Allerdings unterscheidet er
sich in einigen Punkten wesentlich von anderen
Aquarienfischen. Ihren Namen verdanken die
faszinierenden Aquarienbewohner ihrem ausge-
prägten Territorialverhalten.
as sich für uns zunächst nicht spektakulär anhört, ist für
WFische äußerst ungewöhnlich. Da Kampffische zu den
Labyrinthfischen gehören, können sie nicht nur über die Kiemen
atmen, sondern auch mithilfe ihres sogenannten Labyrinthorgans.
Dieses ermöglicht die Aufnahme von atmosphärischem Sauer-
stoff, indem der Kampffisch zur Wasseroberfläche schwimmt
und dort nach Luft schnappt. Auch in der Brutpflege unter-
scheiden sich Kampffische von vielen anderen Arten. So legen
die Tiere ihren Laich nicht auf dem Gewässerboden ab, sondern
in einem Schaumnest an der Wasseroberfläche, welches das
Männchen mithilfe von Luftblasen baut. Darin bewacht es die
Eier, bis die Jungfische schlüpfen. Kampffische betreiben also
zumindest bis dahin eine aktive Brutpflege.
KAMPFFISCHE MÖGEN ES VERKRAUTET
Für alle Aquarienfische gilt: Das Mindestvolumen des Beckens
beträgt 54 Liter. Das entspricht einer Größe von 60 mal 30 mal
30 Zentimetern. Kleinere Aquarien sind gemäß den Mindestan-
forderungen vom Bundesministerium für Ernährung und Land-
wirtschaft nicht für eine dauerhafte, tiergerechte Haltung von
Fischen geeignet. Für Kampffische braucht es zudem einen
Springschutz in Form einer Abdeckscheibe oder einer Aquarien-
abdeckung, da sie recht springfreudig sein können. Außerdem
erzeugt die Abdeckung eine Schicht temperierter Luft über der
Wasseroberfläche, die für alle Labyrinthfische notwendig ist.
Kampffische sind territorial veranlagt. Ein männlicher Kampf-
fisch wird über den Tag immer wieder das ganze Aquarium ab-
schwimmen, um die Grenzen seines Reviers zu sichern und
potenzielle Eindringlinge zu vertreiben.
Bezüglich der Wasserwerte stellen Kampffische keine beson-
deren Ansprüche. Nach Möglichkeit ist ein eher weiches Wasser
anzuraten. Der empfohlene Temperaturbereich liegt zwischen
24 und 28 Grad Celsius. In ihrem natürlichen Habitat in Thailand
kommen Kampffische in flachen Süßwassergewässern sowie
kleinen, natürlich entstandenen Teichen und Tümpeln vor. Diese

