Page 53 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 169 Juni-Juli 2026
P. 53

53






        Habitate sind strömungsarm, weshalb auch im Aquarium
        maximal eine leichte Strömung herrschen sollte. Die
        Tümpel sind oft stark verkrautet. Auch Kampffische
        in menschlicher Obhut mögen eine dichte Bepflan-
        zung, in die sie sich zurückziehen können. Optimal ist
        dafür  eine  Auswahl  feinfiedriger  Pflanzen.  Hierzu
        berät der Fachhandel gern. Verschiedene Wurzeln und
        ein feinkörniger Bodengrund runden die Einrichtung
        des Aquariums ab.
        ZU GROSSE FLOSSEN KÖNNTEN
        EIN PROBLEM SEIN
        Einige Zuchtformen der Kampffische weisen durch Auslese-
        prozesse sehr lange und ausladende Flossen auf. Ob dies
        möglicherweise ihr natürliches Schwimmverhalten beeinträchtigt,
        ist derzeit noch nicht bekannt.

        EINZELGÄNGER BLEIBT EINZELGÄNGER!
        Kampffische, vor allem bunte Farbzuchten, sind sehr territorial,
        auch in der Natur. Zwei Männchen auf kleinem Raum werden
        sich bekämpfen, bis der schwächere Kontrahent an Erschöpfung
        stirbt. Manche Kampffische nehmen sogar ihr eigenes Spiegel-
        bild im Aquarium als Widersacher war. In solchen Fällen kann   oftmals erfolgreich. Diese sollten allerdings nicht zu aktiv sein
        es helfen, die seitlichen Scheiben des Aquariums mit dunkler   und den Kampffisch nicht zu sehr unter Stress setzen. Ein Be-
        Kunststofffolie abzukleben.                    satz des Bodens mit kleinen Panzerwelsen oder Dornaugen ist
                                                       ebenfalls denkbar.
        Aufgrund des ausgeprägten Territorialverhaltens sollten männliche
        Kampffische  ausnahmslos  allein  gehalten  werden.  Auf  eine   FAZIT
        Vergesellschaftung eines Männchens mit einem Weibchen   Siamesische Kampffische sind angenehme Aquarienfische. Sie
        sollten Aquarianer:innen ebenfalls verzichten. Zwar werden   eignen sich aber nicht für ein klassisches Gesellschaftsaquarium.
        Weibchen nicht so vehement bekämpft wie Männchen, doch   Um sie tiergerecht zu pflegen, sind dicht bepflanzte Aquarien
        sie würden dennoch dauerhaft unter dem Druck des Männ-  mit geringer Strömung ratsam. So können die Tiere ihr natürliches
        chens stehen. Vor allem in handelsüblichen Aquarien mit Kan-  Verhalten ausleben. Eine Vergesellschaftung mit anderen Fisch-
        tenlängen von 60 bis 100 Zentimetern sollte auf innerartliche   arten ist in geringem Maß möglich, muss aber zum Wohl aller
        Vergesellschaftungsversuche verzichtet werden. Eine Verge-  Aquarienbewohner mit Bedacht gewählt werden.
        sellschaftung mit kleineren Fischen anderer Arten ist hingegen                      BNA/IVH
   48   49   50   51   52   53   54   55   56