Page 47 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 169 Juni-Juli 2026
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der Vierbeiner die notwendige medizinische Versorgung erhält,
desto größer sind seine Überlebenschancen.
TIERISCHE RISIKOPATIENTEN
Nach wie vor wird an den genauen Ursachen einer Magendrehung
geforscht. Ob das ausgelassene Toben und viel Bewegung
unmittelbar nach einer Mahlzeit ein Auslöser sein können ist
nicht eindeutig geklärt. Fakt ist jedoch, dass hauptsächlich mittel-
große und große Hunde mit einem schmalen, tiefen Brustkorb,
beispielsweise Boxer und Irish Setter, betroffen sind. Zudem
trifft es häufig sehr verfressene Vierbeiner, die viel Futter in kür-
zester Zeit hinunterschlingen, wie Cocker Spaniel oder Beagle.
Bei diesen Risikopatienten empfiehlt es sich daher, vorbeugend
die tägliche Futterration auf zwei bis drei Portionen aufzuteilen.
Auch eine gewisse Veranlagung wurde nachgewiesen, liegt
beispielsweise eine längere oder schlaffere Aufhängung des
Magens in der Bauchhöhle und vor allem des Leber-Magen-
Bandes vor. Hunde, deren Elternteil bereits eine Magendrehung
hatten, gelten als besonders gefährdet.
UNBEDINGT VORBEUGEN
Ist die Ursache einer Magendrehung auch nicht zweifelsfrei ge-
klärt, so kannst du dennoch mit entsprechenden Maßnahmen
sinnvoll vorbeugen. Ermögliche deinem Hund, sich nach jeder
Mahlzeit mindestens eine Stunde auszuruhen. Biete deinem
Vierbeiner vor ausgelassenen Spiel- und Tobeeinheiten nur
wenig Flüssigkeit zum Trinken an.
ANZEICHEN AUF EINEN BLICK
• Rapide Verschlechterung des Allgemein-
befindens
• Zunehmende Ausdehnung des Bauchraumes
• Schocksymptomatik (akutes Kreislaufversagen)
• Schwere Atmung, daher oftmals Brustlage mit ausge-
streckten Beinen, um mit dem Brustkorb atmen zu
können
• Plötzliches Würgen, Pumpen und Speicheln im An-
schluss an wildes Toben und Rollen über den Rücken
unmittelbar nach dem Fressen
Erforderliche Maßnahmen
• Bei den ersten Anzeichen sofort einen Tierarzt oder
eine Tierärztin aufsuchen, der/die eine notwendige
Operation durchführen kann, ansonsten gleich in eine
Tierklinik fahren
• Schockmaßnahmen durchführen: kein Stress, frische Luft,
kalte Gliedmaßen mit einer Decke wärmen, Puls kont-
rollieren
• Nicht unter dem Bauch tragen, denn die gestaute Magen-
wand oder Milz könnten reißen
• Den Hund in der Körperlage belassen, die er von selbst
eingenommen hat, denn diese erleichtert ihm das Atmen
• Möglichst mit dem Hinterkörper abwärts geneigt trans-
portieren

