Page 4 - Kiebitzmarkt Bergen - Journal Spring 2026
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ZIERGARTEN
After-Work-Garten
Der Wunsch nach einem gepflegten, ästhetisch ansprechenden Ziergarten steht heute oft im Spannungsfeld zwischen beruf-
lichen Verpflichtungen, familiären Aufgaben und begrenzter Freizeit. Während frühere Gartenkonzepte häufig einen hohen
Pflegeaufwand voraussetzten, hat sich in den vergangenen Jahren ein neues Verständnis von Gartennutzung etabliert:
Der Garten soll Entlastung bieten, kein zusätzlicher Stressfaktor sein.
Genau hier setzt das Konzept des sogenannten „After-Work-Gartens“ an.
Der After-Work-Garten richtet sich an Menschen, die ihren Garten vor allem in den Abendstunden oder am Wochenende
nutzen können. Ziel ist es, mit überschaubarem Zeitaufwand eine dauerhaft gepflegte, strukturierte und ruhige Garten-
anlage zu schaffen, die ästhetischen Ansprüchen gerecht wird, ohne kontinuierliche Pflegeeinsätze zu erfordern.
Planung statt späterer Korrekturen
Ein pflegeoptimierter Ziergarten beginnt nicht mit der Pflan-
zung, sondern mit einer sorgfältigen Planung. Bereits in die-
ser Phase entscheidet sich, wie zeitintensiv die spätere Pflege
ausfallen wird. Klare Linienführungen, übersichtliche Flächen
und logisch aufgebaute Gartenräume reduzieren den Ar-
beitsaufwand erheblich.
Statt vieler kleiner Beete empfiehlt sich die Anlage größerer,
zusammenhängender Pflanzflächen. Diese lassen sich effizi-
enter pflegen und wirken ruhiger im Gesamtbild. Wege, Kan-
ten und Beetabschlüsse sollten von Beginn an dauerhaft und
stabil ausgeführt werden, um ein ständiges Nacharbeiten zu
vermeiden. Auch eine klare Zonierung, etwa in Aufenthalts-
bereiche, Pflanzzonen und Funktionsflächen, trägt dazu bei,
Pflegearbeiten gezielt und zeitsparend durchzuführen.
Pflanzenauswahl mit Blick Dauerhafte Struktur
auf Alltagstauglichkeit durch Gehölze und Gräser
Im After-Work-Garten steht nicht die maximale Pflanzenviel- Gehölze und Ziergräser übernehmen eine zentrale gestalteri-
falt im Vordergrund, sondern die richtige Auswahl. Besonders sche Rolle. Sie sorgen ganzjährig für Struktur und reduzieren
geeignet sind langlebige, robuste Pflanzen, die sich durch ei- saisonale Pflegespitzen. Immergrüne Gehölze schaffen auch
nen stabilen Wuchs und geringe Pflegeansprüche auszeich- im Winter ein gepflegtes Erscheinungsbild, während Gräser
nen. Stauden mit langer Blühdauer, strukturgebende Ziergrä- mit ihrem natürlichen Habitus wenig Pflege erfordern und
ser sowie ausgewählte Gehölze bilden das Grundgerüst des zugleich Dynamik in die Gestaltung bringen.
Gartens.
Durch die Kombination aus Strukturpflanzen und blühenden
Wichtig ist dabei die konsequente Ausrichtung an den Stand- Stauden entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
ortbedingungen. Pflanzen, die optimal zu Boden, Licht- Ruhe und Abwechslung. Gleichzeitig wird verhindert, dass
verhältnissen und Klima passen, entwickeln sich gesünder Beete nach der Blütezeit leer oder ungepflegt wirken.
und benötigen deutlich weniger Eingriffe. Arten mit hohem
Schnitt- oder Pflegebedarf, empfindliche Sorten oder stark
ausbreitende Pflanzen sollten bewusst vermieden werden.
Der Fokus liegt auf Verlässlichkeit und Beständigkeit
statt auf kurzfristigen Effekten.
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