Page 17 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 169 Juni-Juli 2026
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dem sich der scheinbar stärkere oder schnellere Hausgenosse Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Training der Impulskon-
durchsetzt, während der eher unsichere Hund lernt, sein Futter trolle. Übungen wie „Sitz“ und „Bleib“, die vor der Fütterung er-
besonders vehement verteidigen zu müssen. folgen, fördern die Selbstbeherrschung der Tiere und stärken
zugleich die Orientierung am Menschen.
FUTTERNEID ENTGEGENWIRKEN
Erfordert es auch Zeit und Geduld, so lässt sich Futterneid in NIEMALS BESTRAFEN
vielen Fällen abgewöhnen. Die Schaffung sicherer Rahmenbe- Im Umgang mit Futterneid ist der Einsatz von Strafen keine
dingungen ist für diesen Prozess dabei von großer Bedeutung. Option. Ein Hund, der beispielsweise für sein Knurren bestraft
Und so ist die Fütterung in einer ruhigen Umgebung bereits ein wird, lernt aus dieser Situation lediglich, das Warnsignal zu unter-
wesentlicher Aspekt, um Futterneid entgegenzuwirken. Es ist drücken. Die Ursache, also Unsicherheit und Angst, bleibt
ratsam, in einer Mehrhundehaltung die Fütterung der Hunde jedoch bestehen.
getrennt voneinander, mit einem ausreichenden Abstand oder
in verschiedenen Räumen vorzunehmen. Damit ist gewähr- RAT VON EXPERT:INNEN
leistet, dass jeder Hund einen eigenen festen Futterplatz zu- Verbessert sich trotz Training, ruhiger Umgebung und fester
gewiesen bekommt, an dem er ungestört seine Mahlzeit auf- Abläufe die Situation nicht, empfiehlt es sich, professionellen
nehmen kann. Bereits diese Maßnahme kann einen Großteil Rat einzuholen. Tierärzt:innen oder Hundetrainer:innen sind in
des Konfliktpotenzials reduzieren. der Lage, das Verhalten des Hundes entsprechend zu analy-
Darüber hinaus ist es sinnvoll, klare Strukturen und Rituale zu sieren und möglichen tiefergehenden Ursachen auf den Grund
etablieren. Hunde profitieren enorm von vorhersehbaren Ab- zu gehen. Je frühzeitiger gehandelt wird, desto erfolgreicher ist
läufen. Feste Fütterungszeiten, ein ruhiges Warten vor dem die Aussicht, dass sich die Verteidigung von Ressourcen erst gar
Napf und ein eindeutiges Freigabesignal deinerseits helfen nicht verfestigt und sich nachhaltig ein entspanntes Verhalten
dabei, Sicherheit zu schaffen. Die vom Menschen ausgehende im Umgang mit Nahrung oder anderen Objekten entwickelt.
kontrollierte Situation hilft dem Vierbeiner enorm, denn dies
stärkt sein Vertrauen und reduziert sein Bedürfnis, selbst die
Kontrolle übernehmen zu müssen.

