Page 47 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 168 April-Mai 2026
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seine Eier in eine Muschel legt, wo sie anschließend
vom Männchen befruchtet werden. Die Eier können
sich so geschützt entwickeln, bis die Jungen schlüpfen.
Dafür tragen die Bitterlinge, wie etliche andere Fische
auch, kurzfristig die parasitischen Larvenstadien der
Muscheln in den Kiemen und auf der Haut.
Auch der Dreistachlige Stichling zeigt ein inter-
essantes Fortpflanzungsverhalten. Die imposant ge-
färbten Männchen bauen in der Laichzeit ein kleines,
kugelförmiges Nest, in dem sie, teilweise mit mehreren
Weibchen, ablaichen. Nach der Eiablage bewachen und
verteidigen die Männchen ihren Nachwuchs, bis dieser
nach wenigen Tagen frei schwimmen kann.
Der Gründling ist ein friedlicher, schwimmfreudiger Gruppen-
fisch, der sich bevorzugt über dem Bodengrund und an flachen
Uferstellen aufhält und sich am heimischen Gartenteich gut
beobachten lässt. Mit seinen an einen Bart erinnernden Barteln
kann er hervorragend im Bodengrund versteckte Kleintiere
aufspüren.
NATURNAHE TEICHE Soll der Naturteich funktionieren, dürfen nicht zu viele Fische
Für die Haltung von Biotopfischen eignen sich gut bepflanzte eingesetzt werden. Für einen Zentimeter ausgewachsener
naturnahe Gartenteiche. Der Teich sollte mindestens ein Volu- Fisch sollten mindestens 30 Liter Wasser vorhanden sein. Das
men von 2 000 Litern besitzen, über verschiedene Stufen/Zonen entspricht ungefähr einer Gruppe von sieben bis zehn Moder-
verfügen und an einer Stelle etwa 80 Zentimeter tief sein, damit lieschen in einem 2 000-Liter-Teich.
die Tiere sicher überwintern können.
Sollen mehr Fische gehalten werden, muss eine gezielte Zu-
Im Naturteich müssen sich die Tiere ihre Nahrung, wie Plankton, fütterung erfolgen. Ebenso kann der Einsatz von Teichtechnik
Insektenlarven, Krebstiere und Algen, selbst suchen. Eine aus- erforderlich sein. Im Fachhandel erhalten Interessierte eine
geglichene Nähstoffbilanz ist bei Naturteichen besonders kompetente und umfassende Beratung.
wichtig. Dies bedeutet, dass die von den Fischen und anderen
Lebewesen abgegebenen Abfallstoffe im Rahmen des Stick- VERZICHT AUF INVASIVE ARTEN
stoffkreislaufs zu Nährstoffen für Pflanzen und Algen umge- Neben einheimischen Biotopfischen werden auch regelmäßig
wandelt werden. Die Pflanzen bilden ihrerseits wieder die Arten aus Nordamerika, beispielsweise Gold- oder Dickkopfelritze,
Grundlage für die Entwicklung von vielen Tierarten. Überschüssiges oder aus Asien der Goldbitterling angeboten. Aufgrund ihres
Pflanzenmaterial, beispielsweise Schilf, kann bei Bedarf ent- invasiven Charakters und der damit verbundenen Gefahr für
fernt werden. Bevor Fische in einen Naturteich eingesetzt werden die einheimischen Gewässer und Fischarten sollte auf diese
können, müssen sich die Pflanzen allerdings entsprechend gut Arten jedoch im heimischen Naturteich verzichtet werden.
entwickelt haben. Dieses dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. IVH/BNA

