Page 27 - Kiebitzmarkt Bergen - Heimtier 168 April-Mai 2026
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        vertreten, was laut ist. Und so manch ein Kakadu ist in
        der Lage, die menschliche Stimme zu imitieren oder
        auch den Klingeltons von Haustür oder Telefon. Die
        Schnabelkraft  der  Kakadus  ist enorm und mühelos
        können sie nicht nur harte Nüsse knacken,  sondern
        auch Einrichtungsgegenstände, beispielsweise Sitz-
        stangen,  ohne Probleme  zernagen. Der sichtbare
        Teil ihres Krummschnabels besteht aus Horn und ist
        mit einer Wachshaut versehen. Ähnlich wie die Nägel
        der Menschen, wächst dieser ständig von innen nach.
        Geschickt setzen die Tiere ihre Schnäbel als zusätzli-
        che Greifhand beim Klettern ein.

        ARTGERECHTE UNTERKUNFT
        Optimal ist die Haltung der Kakadus in einer großen Außen-
        voliere, die je nach Anzahl und Größe der Tiere bis zu 15 Qua-
        dratmeter aufweisen sollte. An warmen Tagen lassen sie sich
        gern durch eine Handdusche mit lauwarmem Wasser verwöhnen.
        Für die Winterzeit benötigen sie einen beheizbaren Schutzraum.
        Da Kakadus einen ausgeprägten Nagetrieb entwickeln, müssen
        sie stets geeignetes Hartholz in ihrem Gehege vorfinden, das
        sie nach Lust und Laune bearbeiten können. Um das Knabber-
        bedürfnis zu stillen, gehören frische, ungespritzte Weiden- und   ANATOMIE UND SINNE DER KAKADUS
        Obstbaumzweige sowie kleinere Äste zur Grundausstattung.   SCHNABEL – Kakadus besitzen einen stark nach unten gebo-
        Für viel Begeisterung und Beschäftigung sorgen auch speziel-  genen Oberschnabel, der mit der Schädelkapsel verbunden ist.
        les Holzspielzeug für Papageien oder Sisaltaue, an denen sie   Der aus Horn bestehende Schnabel ist für die Tiere das wich-
        nach Herzenslust herumturnen und schaukeln können.   tigste Werkzeug, mit dem sie Nahrung aufschließen, Bruthöhlen
                                                       bearbeiten,  das  Gefieder  säubern  und  kommunizieren.  Der
                                                       Schnabel wächst ständig nach, daher muss er durch adäquates
                                                       Nagen in Form gehalten werden.

                                                       HAUBE – Bei fast jedem Reiz stellen Kakadus ihre Haubenfedern
                                                       auf. Sie verraten, wie sich die Tiere fühlen. Als Indikator zeigt
                                                       das Aufrichten der Haube an, ob sich das Tier fürchtet, freut
                                                       oder konzentriert arbeitet.


                                                       FUSS – Ihr Fuß weist insgesamt vier Zehen auf, davon sind zwei
                                                       Zehen nach vorne und zwei Zehen nach hinten gerichtet. Diese
                                                       Aufteilung eines gesunden Kakadufußes ermöglicht den Tieren,
                                                       kleine Gegenstände mit ihren Füßen zu halten und zu bearbeiten.

                                                       AUGE – Das Auge des Kakadus ist in der Lage zwischen 150
                                                       und 200 Bilder pro Sekunde zu erfassen. Zum Vergleich: Beim
                                                       menschlichen Auge sind es ca. 25 Bilder pro Sekunde. Das Auf-
                                                       lösungsvermögen der Tiere ist enorm wichtig, da ihre Flüge in
                                                       freier Natur eine schnelle Bildverarbeitung erfordern.  Die seit-
                                                       lich am Kopf platzierten Augen ermöglichen den Tieren einen
                                                       perfekten Rundumblick. Zusätzlich zum normalen Farbspekt-
                                                       rum können Kakadus ultraviolettes Licht erkennen.
                                                       GEFIEDER – Das Gefieder der Tiere erfüllt verschiedene Funk-
                                                       tionen. Während das feine Untergefieder wärmt, schützen die
                                                       sogenannten  Puderdunen  das  Gefieder  vor  Nässe.  Zudem
                                                       sorgt  der  Staub  der  Puderdunen  für  Pflege  und  Schutz  der
                                                       Haut. Die langen Flugfedern am Schwanz ermöglichen das si-
                                                       chere Steuern während des Fluges mit schnellen Richtungs-
                                                       wechseln. Die Flugfedern an den Flügeln bewirken einen blitz-
                                                       schnellen Flug.
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